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Unsere demokratische Gesellschaft wird immer wieder durch den Extremismus von Links und von Rechts herausgefordert. In der letzten Zeit macht sich vor allem der Rechtsextremismus bemerkbar. Wir haben allen Grund, wachsam zu sein und nicht zuzulassen, dass der rechtsextreme Ungeist an Boden gewinnt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Rechtsextremismus entgegenzutreten. Mit Sicherheit ist eine davon auch die politische Bildung, allerdings nicht in der Form der Feuerwehr, die löschen soll, wenn es bereits brennt. Ihre Kraft liegt in der Prävention, die freilich umfassend angelegt und betrieben werden muss. Grundgesetz Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt (Art. 1 GG). Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden (Art. 3/3 GG). Rechtsextremismus muss heute als ein internationales und vielschichtiges Phänomen beschrieben werden. Dabei hat sich das Erscheinungsbild des Rechtsextremismus über die Jahre verändert. Dem Image des "Ewiggestrigen" wurde ein modernes Gewand mit einem eigenen zeitgemäßen Lifestyle übergezogen. In diesem Spannungsfeld zwischen Parlament, Demonstrationen, Kameradschaften, Fußballstadion, Konzerten und Internet ist eine Erlebniswelt entstanden, in der selbstbewusst, mit neuen Strategien die menschenverachtenden Vorstellungen propagiert werden. Vor allem Jugendliche sind zur primären Zielgruppe geworden. Rechtsextremismus ist in fast allen westlichen Demokratien zur "Normalität" und damit zu einer Herausforderung für Staat und Gesellschaft geworden. Die Eskalation rechtsextremer und fremdenfeindlicher Gewalt nach der Wiedervereinigung Deutschlands, die Wahlerfolge rechtsradikaler Parteien und die Entwicklung rechtsextremer Jugendsubkulturen zu Beginn der neunziger Jahre haben die Problematik ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Die Anschläge in Hoyerswerda (17.–22. September 1991), Rostock (22.–28. August 1992), in Mölln (23. November 1992) sowie in Solingen (29. Mai 1993), die eine bis dahin unbekannte Eskalationsstufe fremdenfeindlicher Gewalt markierten, waren der Auftakt zu einer bis heute andauernden Serie rechtsextremer Gewalt gegen Asylsuchende, Migranten, soziale Minderheiten, politisch Andersdenkende und Jugendliche anderer Subkulturen. Das rechtsextremistische Weltbild wird von nationalistischen und rassistischen Anschauungen geprägt. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen. Da nach rechtsextremistischem Verständnis diesem Kriterium auch die Menschen- und Bürgerrechte untergeordnet werden, stehen Rechtsextremisten in einem fundamentalen Widerspruch zum Grundgesetz, das diesen Rechten besonderen Rang und Schutzwürdigkeit zuweist. Rechtsextremismus stellt in Deutschland kein einheitliches Gefüge dar, sondern tritt mit unterschiedlichen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und unterschiedlichen Zielsetzungen auf. Das Weltbild gewaltbereiter Rechtsextremisten, dazu zählen auch rechtsextremistische Skinheads, ist diffus. Ihre Einstellungen werden von fremdenfeindlichen, oft rassistischen sowie gewaltbejahenden Ressentiments geprägt. Die Überzeugungen von Neonazis orientieren sich in der Regel an nationalsozialistischen Vorstellungen eines totalitären „Führerstaats“ auf rassistischer Grundlage. Bei den rechtsextremistischen Parteien finden sich eher nationalistische Positionen. Ihnen gilt die Nation als oberstes Prinzip. Gleichheitsrechte gelten nicht für diejenigen, die dem "Deutschen Volk" nicht angehören. Sie streben nach einem autoritären Staat, in dem die freiheitliche demokratische Grundordnung außer Kraft gesetzt wird.
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